Auswahlverfahren

Auf allen Ebenen überzeugen

Es gibt viele Möglichkeiten, die Qualifikation und Motivation eines Bewerbers zu prüfen. abi>> erklärt, welche Auswahlverfahren häufig in Unternehmen eingesetzt werden und welche gerade im Kommen sind.

 

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Telefoninterview

Bevor du zu einem Vorstellungsgespräch oder einem Auswahltest eingeladen wirst, wirst du vielleicht telefonisch kontaktiert. Die Personalverantwortlichen stellen dann etwa Rückfragen zu deiner Bewerbung oder wollen Details wissen, etwa zu deinen Fähigkeiten oder Lücken im Lebenslauf. Manchmal geht es auch schon um die konkrete Motivation, warum du dich gerade bei diesem Unternehmen um die gewünschte Stelle beworben hast. Dann ist das Telefoninterview ein „Vorstellungsgespräch light“, auf das du dich genauso ernsthaft vorbereiten solltest wie auf das Treffen von Angesicht zu Angesicht. Das heißt: Bewerbungsunterlagen bereithalten, mögliche Fragen und Antworten überlegen und dich nochmal genau über das Unternehmen informieren.

Falls der Anruf nicht angekündigt wird und dir ungelegen kommt, kannst du freundlich auf einen neuen Termin bestehen. Je nachdem, wie viel dein Gegenüber wissen möchte, kann ein Telefoninterview von einigen Minuten bis zu einer Stunde dauern.

Video-Bewerbung

Neu unter den Auswahlverfahren ist die Bewerbung per Video. Vor allem große Unternehmen nutzen dieses Verfahren immer häufiger. Der Vorteil: In nur wenigen Minuten können sie sich ein persönliches Bild vom Bewerber machen und entscheiden, ob sie ihn zu einem Vorstellungsgespräch einladen wollen. Denn Mimik, Gestik und Ausdrucksweise verraten mehr über eine Person als jedes Anschreiben.

Im Video geht es darum, sich kurz vorzustellen und die Motivation für den Job darzulegen. Manche Unternehmen geben auch Fragen vor, die man beantworten muss. Weil für die schulische und berufliche Laufbahn in diesen kurzen Videos kein Platz ist, darf ein zusätzlicher Lebenslauf nicht fehlen.

Mit der Video-Bewerbung kannst du vor allem punkten, wenn du ein natürliches und selbstbewusstes Auftreten hast. Im Gegensatz zur klassischen Bewerbung kannst du so auch kleinere Schwächen im Lebenslauf ausgleichen. Wichtig ist allerdings, dass die Qualität des Videos stimmt. Du solltest gut zu sehen und zu hören sein und einen ansprechenden Hintergrund wählen. Gedanken solltest du dir auch über deine Kleidung machen. Hier gilt: Wähle ein Outfit, das du auch zum Vorstellungsgespräch tragen würdest.

Assessment-Center

Vor allem in sehr großen Unternehmen gehört ein Assessment-Center zum Bewerbungsprozess – nicht nur für angehende Auszubildende, sondern auch für Berufseinsteiger wie Trainees oder Volontäre. Über ein oder zwei Tage hinweg bearbeiten die Kandidaten Einzel- und Gruppenaufgaben. Dabei werden nicht nur fachliche Fähigkeiten überprüft. Die Personalverantwortlichen wollen sich auch ein Bild davon machen, ob Bewerber von ihrer Persönlichkeit her ins Unternehmen passen und die notwendigen Soft Skills mitbringen. Womit du als Teilnehmer rechnen kannst, sind unter anderem Gruppendiskussionen, Rollenspiele, Auswahltests, Selbstpräsentation und Einzelgespräche.

Auswahltest

Wirst du nach dem Versand der Bewerbungsunterlagen zu einem Auswahltest eingeladen, ist die erste Hürde gemeistert. Es gibt verschiedene Arten dieser Tests, die man entweder zu Hause oder vor Ort im Unternehmen macht – oft online. Geprüft werden unterschiedliche Fähigkeiten. Bei einem Intelligenztest geht es um räumliches Vorstellungsvermögen, sprachliche Ausdrucksfähigkeit und logisches Denken. Im Wissenstest steht Fach- oder Allgemeinwissen auf dem Prüfstand. Beim Konzentrationstest werden deine Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit geprüft. Mischformen aller Tests sind weit verbreitet. Oft sind die Aufgaben so konzipiert, dass sie in der vorgegeben Zeit nicht zu schaffen sind. Damit wird deine Stressresistenz erprobt.

Vorstellungsgespräch

Wer in den ersten Bewerbungsrunden positiv aufgefallen ist, wird zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Hier werden die Fachkenntnisse sowie Motivation und persönliche Eignung für die Stelle genauer unter die Lupe genommen. Dieses Kennenlernen beruht auf Gegenseitigkeit. Das heißt, auch du kannst dabei herausfinden, ob die Stelle und das Unternehmen deinen Vorstellungen entsprechen.

Ein Vorstellungsgespräch dauert etwa eine Stunde und ist häufig in drei Blöcke aufgeteilt. Zum Einstieg gibt es von Unternehmensseite Infos über die Firma und die ausgeschriebene Stelle. Dann folgt der Frageblock an den Bewerber. Hier gilt es, die eigenen Fähigkeiten überzeugend zu präsentieren und schlüssig darzustellen, warum man der geeignete Kandidat ist. Am Schluss besteht die Möglichkeit für den Bewerber, offene Punkte zu klären und selbst Fragen zu stellen

Probearbeiten

Manchmal lädt dich ein Unternehmen zum Probearbeiten ein, in der Regel für einen Tag. Vorsicht sollte geboten sein, wenn mehr als zwei Tage oder gar mehrere Wochen gefordert werden, zumal dafür meist keine Vergütung gezahlt wird. Der Blick ins Unternehmen hat auch für dich als Bewerber viele Vorteile: Du erfährst etwas über Abläufe und Arbeitsschritte deiner künftigen Tätigkeit und lernst Vorgesetzte und Kollegen kennen.