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Hoheitsgebiet der Hochschulen

In beliebten Studiengängen wie Psychologie, Biologie und BWL gibt es an den Hochschulen häufig mehr Bewerber als Studienplätze. Wer in diesem Fall den Zuschlag bekommt, bestimmt die jeweilige Hochschule. Wie sie bei der sogenannten örtlichen Zulassungsbeschränkung vorgehen und nach welchen Kriterien sie deine Bewerbung bewerten, hat abi>> beispielartig zusammengetragen.

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Diese Termine solltest du im Auge behalten: Im April für das Winter- und im Februar für das Sommersemester legen die Unis fest, welche Studiengänge gedeckelt, also örtlich zulassungsbeschränkt werden. Die Entscheidung hängt von der Anzahl der Bewerber im Vorjahr ab. Hast du das Abi frisch in der Tasche und sieht es mit deiner Abi-Note nicht so gut aus, könnte es zum Beispiel an der Uni Erlangen für dich eng werden, wie Dr. Jürgen Gündel von der Zentralen Studienberatung erklärt: „Wir haben entschieden, alle gedeckelten Studienplätze zu 90 Prozent rein nach der Abi-Note und die restlichen nach der Wartezeit zu vergeben.“

Fachnahe Praktika

Nach diesem Prinzip verfahren viele Hochschulen – in Bayern etwa alle außer der TU München. „Die Abiturnote ist ein sehr guter Indikator für die Leistungsfähigkeit des Bewerbers“, begründet der Studienberater. Theoretisch könnte Erlangen 65 Prozent der Studienplätze über andere Kriterien vergeben. Die Uni Heidelberg berücksichtigt beispielsweise auch fachnahe Praktika. Die höhere Gewichtung studiennaher Schulfachnoten ist an der TU München gängige Praxis. Bei naturwissenschaftlichen Studiengängen, wie beispielsweise Biochemie, führen die Unis zum Teil auch Auswahlgespräche durch.

„Die Abi-Note ist aber auch dann die erste Hürde“, erklärt Studienberater Dr. Jürgen Gündel. Deshalb veröffentlichen die Unis die Ergebnisse des letzten Zulassungsverfahrens. „Der Vorjahres-NC ist eine gute Hausnummer, an der man sich orientieren kann“, sagt er. In Lebensmittelchemie lag der NC in Erlangen beispielsweise zuletzt bei 1,7 (WS 2016/2017). „Nicht alle begehrten Studiengänge sind überall zulassungsbeschränkt. Wenn es absehbar ist, dass es knapp wird mit der Note, dann sollte man sich jedoch breit bewerben und auch kleinere Unis anschreiben.“ Um im Losverfahren dagegen auf einen Restplatz aufzurücken, muss man auf sein Glück setzen.

Bewerbung über hochschulstart.de

Einige Unis nutzen auch das sogenannte Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) der Stiftung für Hochschulzulassung. In diesen Fällen bewirbst du dich nicht bei der Hochschule, sondern über das Portal hochschulstart.de. „Beim Dialogorientierten Serviceverfahren handelt es sich um ein onlinebasiertes Verfahren, durch das Bewerbungen effektiv koordiniert werden. Bewerber können hier durch aktive Mitgestaltung und durch den systematischen Abgleich von Zulassungsmöglichkeiten schneller einen Platz für einen ihrer favorisierten Studiengänge erhalten. So werden langwierige Nachrückverfahren und freibleibende Studienplätze vermieden“, erklärt Joscha Hirschfeld von hochschulstart.de.

Die Uni Erlangen nimmt zum Wintersemester 2017/18 in den Bachelorstudiengängen Psychologie (Voll- und Teilzeit), Molekulare Medizin, International Production Engineering and Management, International Business Studies (mit Spezialisierung in BWL, VWL, Wirschafts- und Betriebspädagogik, Wirtschaftsinformatik) am DoSV teil. Informationen über das Verfahren findest du auf der jeweiligen Hochschulhomepage – wie auch sämtliche Infos zu den individuellen Zulassungskriterien.