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Meine Marke und ich

Bewerbung mal anders: Vor allem in kreativen Arbeitsbereichen präsentieren sich manche Jobsuchende mit eigenen Videos, einer Präsenz im Web oder in sozialen Netzwerken. „Personal Branding“ kommt an – doch die Idee dahinter ist nicht neu.

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Eine Marke („Brand“) auf dem Markt zu etablieren, verbunden mit einem Qualitätsversprechen – das ist die Aufgabe von Fachleuten in Marketing und Werbung. Von „Personal Branding“ ist allerdings derzeit auch immer häufiger in Verbindung mit dem Thema Bewerbung zu hören. Sich selbst erfolgreich zu präsentieren und zu vermarkten, das ist die Idee dahinter. Doch wie kann das jenseits der „klassischen“ Bewerbung funktionieren?

Dazu ein prominentes Beispiel: Christine Hellers Arbeitsvertrag lief aus und ihre Bewerbungen waren bislang wenig erfolgreich. Kurzum entschied sich die Marketing-Expertin für eine ungewöhnliche Aktion: „Punktefrau sucht neuen Job in der Online-Kommunikation“, postete die 28-Jährige unter ihrem Pseudonym auf ihrem Blog. Eine Woche hatte sie in ihr Online-Profil gesteckt, ihre Accounts in den sozialen Netzwerken möglichst einheitlich gestaltet und ein Video gedreht. Welche Erwartungen sie von ihrem neuen Arbeitgeber habe und welche Kompetenzen sie mitbringe, darüber berichtete sie im Video. „Im Blogbeitrag konnte ich viele Informationen über mich unterbringen, für die in einer klassischen Bewerbung kein Platz gewesen wäre“, sagte sie einige Zeit später während eines Vortrags bei der Messe re:publica, wo sie ihre Bewerbungsstrategie vorstellte. Eine Idee, die zündete: Der Beitrag wurde über 500 Mal bei Twitter geteilt, das Video über 6.000 Mal angesehen. Über 40 konkrete Anfragen von Unternehmen erhielt die „Punktefrau“ Christine Heller, vor allem von Start-ups, Agenturen und kleineren Unternehmen. Große Konzerne hielten sich eher zurück.

„Sich selbst attraktiv machen“

„Wenn der Markt überfüllt ist, kann ein solcher Kommunikationsweg dazu dienen, sich besonders zu exponieren“, sagt Bewerbungshelfer Gerhard Winkler. Doch auch bei einer günstigeren Bewerbungslage scheitern seiner Meinung nach manche Kandidaten vor allem deshalb, weil sie ihr Leistungsangebot nicht überzeugend gestalten. Jenseits von Videos, die über Facebook oder Twitter geschickt werden, empfiehlt der Experte, schon in den Bewerbungsunterlagen ein klares Profil zu entwickeln. Der Bewerber müsse sich einer Analyse unterziehen: Was zeichnet mich aus? Was soll man von mir behalten? Welches Leistungsversprechen kann ich erfüllen? Daraus gilt es, ein Mini-Statement zu formulieren, eine „Idee“, die dann in einem Video, aber ebenso im Gespräch mit Personalverantwortlichen bei einer Firmenkontaktmesse oder auch im Vorstellungsgespräch vorgetragen werden könne. „Personal Branding bedeutet in erster Linie, sich selbst attraktiv zu machen.“

Und wie macht man sich selbst attraktiv? Dafür hat Gerhard Winkler einige Tipps: Schon in der Schule könne der Lebenslauf durch soziales, musisches oder sportliches Engagement aufgewertet werden. Oder beispielsweise durch eine freiwillige Bildungsreise oder einen Work-and-Travel-Aufenthalt. Auch zielgerichtete Praktika oder Ferienjobs machen sich gut, wenn es darum geht, sich in den Bewerbungsunterlagen von anderen zu unterscheiden. „Gute Leistungen, die man erbracht hat, sollten unbedingt bemerkt werden“, so Gerhard Winkler.