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Darf’s noch ein Praktikum sein?

Praktikum ist nicht gleich Praktikum: Ob zur Orientierung nach dem Abi oder als vorgeschriebenes Praxissemester innerhalb des Studiums – es gibt verschiedene Modelle. Eines ist aber allen Praktika gemeinsam: Von den Praxisphasen profitiert man in vielerlei Hinsicht.

Praktikum

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2 Junge Frauen lehnen an eine Glaswand.

Manchmal kann ein Praktikum eine große Karriere einläuten – so geschehen etwa bei Elton, lange Jahre Showpraktikant von Stefan Raab in der ProSieben-Produktion „TV total“. Mittlerweile hat er diesen Status allerdings abgelegt und moderiert selbst, unter anderem die Kindersendung „1, 2 oder 3“.

Zwar führt nicht jedes Praktikum ins Rampenlicht, es kann allerdings in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen haben: Man kann in ein bestimmtes Berufsfeld hineinschnuppern und herausfinden, in welche Richtung es gehen soll. In Praktika erlernt man außerdem wertvolle Schlüsselqualifikationen („soft skills“) wie etwa Rhetorik oder soziale Kompetenz. Außerdem bietet die Praxisphase die Möglichkeit, Abläufe in einem Unternehmen kennenzulernen sowie die Gelegenheit, sich ein Netzwerk aufzubauen und Kontakte zu knüpfen, die nach dem Studium bzw. nach dem Schulabschluss nützlich sein können.

Abläufe im Unternehmen kennenlernen

„Im Praktikum lernt man, Aufgaben abzuarbeiten, anderen zuzuarbeiten, man lernt, selbstständig zu arbeiten und macht sich mit einem Arbeitsort und der Arbeitswelt vertraut. Das Schlüsselwort ist immer Arbeit. Praktikum bedeutet, erst mal vorzuarbeiten, um später leichter die richtige Arbeit zu bekommen“, erklärt der Berliner Bewerbungshelfer Gerhard Winkler.

Doch Praktikum ist nicht gleich Praktikum:

  • Bei einem Schnupperpraktikum/Schüler-praktikum sammelt man meistens während der Schulzeit ein paar Tage lang einen ersten Eindruck von einer Branche.
  • Wer nach dem Abitur studieren möchte, muss eventuell ein Vorpraktikum leisten, um für einen bestimmten Studiengang (etwa Maschinenbau, Elektrotechnik oder Studiengänge im Bereich Medien/Design) zugelassen zu werden. Dabei steht das Praktikum in Zusammenhang mit dem Studienfach und hat Ausbildungscharakter. Mehrere Wochen bis hin zu einem Praxissemester können als Zugangsvoraussetzung gelten.
  • Obligatorisch in manchen Studiengängen sind Pflichtpraktika (Praxissemester), die einen Bezug zum Studienfach haben und ebenfalls Ausbildungscharakter haben.
  • Freiwillige Praktika müssen dagegen nicht unbedingt in einem Zusammenhang mit der schulischen oder universitären Ausbildung stehen. Hier steht die eigene Motivation im Vordergrund und es gibt keine festen Vorgaben bezüglich Zeitpunkt, Dauer oder Umfang.
  • Ein Auslandspraktikum kann dazu dienen, die Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern oder Arbeitserfahrung im Ausland zu sammeln. Außerdem trainiert man dabei seine interkulturelle Kompetenz und beweist Flexibilität, was sich wiederum gut im Lebenslauf macht.
  • Und ein Nachpraktikum, das nach Ende des Studiums absolviert wird, kann eine Möglichkeit zur Überbrückung sein, bis es mit der Festanstellung klappt. Es kann auch einen ersten Einstieg in ein Unternehmen ermöglichen. Allerdings sollte es zeitlich begrenzt sein.

Ein genereller Tipp vom Experten: „Man sollte sich nur dort bewerben, wo man später auch gerne arbeiten würde“, empfiehlt Gerhard Winkler. Für einen guten Start ins Praktikum rät der Bewerbungsexperte, sich als Lernende(r) zu sehen: „Man ist in der Regel nicht die erste Praktikantin oder der erste Praktikant im Unternehmen und sollte erst einmal zuhören und aufnehmen, was alles erwartet wird.“