Personen

Rätsel knacken, Fragen beantworten

Möglichkeiten, die Qualifikation und Motivation eines Bewerbers zu prüfen, gibt es viele. abi>> erklärt, welche Auswahlverfahren häufig in Unternehmen eingesetzt werden – von A wie Arbeitsproben bis V wie Vorstellungsgespräch.

Nebenjob

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Arbeitsproben

Arbeitsproben gehören nicht zu den Standarddokumenten einer Bewerbung. Meist werden sie in der Stellenausschreibung explizit eingefordert. Das kommt häufig bei Jobs im Journalismus, mit künstlerischem Schwerpunkt und in der Wissenschaft vor. Die Bewerber schicken dann je nachdem veröffentlichte Texte oder Fachartikel, CDs mit Audio- oder Videodateien, Kopien von Zeichnungen oder Ähnliches. Damit kann der Arbeitgeber besser als nur über Zeugnisse und Noten abschätzen, ob ihm die Fähigkeiten eines Bewerbers zusagen. Die maximal drei bis vier Arbeitsproben sollten möglichst aktuell sein.

 

Auch bei Initiativbewerbungen machen Belege deines Könnens Sinn. Als Berufseinsteiger hast du möglicherweise nur wenige Arbeitsproben vorliegen, weshalb du für die Bewerbung auch neue erstellen kannst.

Assessment-Center/Eignungstest

Vor allem in sehr großen Unternehmen gehört ein Assessment-Center (AC) zum Bewerbungsprozess – nicht nur für angehende Auszubildende, sondern auch für Berufseinsteiger wie Trainees oder Volontäre. Beim AC bearbeiten mehrere Kandidaten über ein oder zwei Tage hinweg Einzel- und Gruppenaufgaben. Dabei werden nicht nur fachliche Fähigkeiten überprüft. Die Personalverantwortlichen wollen sich auch ein Bild davon machen, ob Bewerber von ihrer Persönlichkeit her ins Unternehmen passen und die notwendigen Soft Skills mitbringen. Womit du als Teilnehmer eines AC rechnen kannst, sind unter anderem Gruppendiskussionen, Rollenspiele, Auswahltests, Selbstpräsentation und Einzelgespräche.

 

Nicht ganz so umfangreich wie ein AC ist ein Eignungstest. Doch auch hier stellen Bewerber unter Beweis, ob sie die geeignete Persönlichkeit für die gewünschte Stelle sind. Für einen Job mit viel Kundenkontakt wird zum Beispiel getestet, wie kommunikationsstark man ist.

Auswahltest

Wirst du nach dem Versand der Bewerbungsunterlagen zu einem Auswahltest eingeladen, ist die erste Hürde gemeistert. Es gibt verschiedene Arten dieser Tests, die man entweder zu Hause oder vor Ort im Unternehmen macht – oft online. Geprüft werden unterschiedliche Fähigkeiten. Bei einem Intelligenztest geht es um räumliches Vorstellungsvermögen, sprachliche Ausdrucksfähigkeit und logisches Denken. Im Wissenstest steht Fach- oder Allgemeinwissen auf dem Prüfstand, beim Konzentrationstest deine Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit. Mischformen aller Tests sind weit verbreitet. Oft sind die Aufgaben so konzipiert, dass sie in der vorgegeben Zeit nicht zu schaffen sind. Damit wird deine Stressresistenz erprobt.

Probearbeiten

Manchmal lädt dich ein Unternehmen zum Probearbeiten ein, in der Regel für einen Tag. Vorsicht sollte geboten sein, wenn mehr als zwei Tage oder gar mehrere Wochen gefordert werden, zumal dafür meist keine Vergütung gezahlt wird. Der Blick ins Unternehmen hat auch für dich als Bewerber viele Vorteile: Du erfährst etwas über Abläufe und Arbeitsschritte deiner künftigen Tätigkeit und lernst Vorgesetzte und Kollegen kennen.

Telefoninterview

Bevor eine Einladung zum Vorstellungsgespräch oder Auswahltest kommt, wirst du vielleicht telefonisch kontaktiert. Die Personalverantwortlichen stellen Rückfragen zu deiner Bewerbung oder wollen Details wissen, etwa zu deinen Fähigkeiten oder Lücken im Lebenslauf. Manchmal geht es auch schon um die konkrete Motivation, warum du dich gerade bei diesem Unternehmen um die gewünschte Stelle beworben hast. Dann ist das Telefoninterview ein „Vorstellungsgespräch light“, auf das du dich genauso ernsthaft vorbereiten solltest wie auf das Treffen von Angesicht zu Angesicht. Das heißt: Bewerbungsunterlagen bereithalten, mögliche Fragen und Antworten überlegen.

 

Falls der Anruf nicht angekündigt wird und dir ungelegen kommt, kannst du auf einem neuen Termin bestehen. Je nachdem, wie viel dein Gegenüber wissen möchte, kann ein Telefoninterview von einigen Minuten bis zu einer Stunde dauern.

Vorstellungsgespräch

Ist der erste Eindruck von einem Bewerber aufgrund seiner Unterlagen positiv, folgt im Vorstellungsgespräch das persönliche Kennenlernen. Hier werden die Fachkenntnisse sowie Motivation und persönliche Eignung für die Stelle genauer unter die Lupe genommen. Oft sitzt man deshalb zwei Personen gegenüber, einem Personalverantwortlichen und einem fachlichen Vorgesetzten. Dieses Kennenlernen beruht auf Gegenseitigkeit. Das heißt auch du kannst dabei herausfinden, ob die Stelle und das Unternehmen den eigenen Vorstellungen entsprechen.

 

Ein Vorstellungsgespräch dauert zirka eine Stunde und ist häufig in drei Blöcke aufgeteilt. Zum Einstieg gibt es von Unternehmensseite Infos über die Firma und die ausgeschriebene Stelle. Dann folgt der Frageblock an den Bewerber. Hier gilt es, die eigenen Fähigkeiten überzeugend zu präsentieren und schlüssig darzustellen, warum man der geeignete Kandidat ist. Am Schluss besteht die Möglichkeit, offene Punkte zu klären und selbst Fragen zu stellen.