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Nebenjobs – was gilt es zu beachten?

Kellnern, Babysitten oder Nachhilfe geben – immerhin zwei Drittel aller Studierenden arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Damit es mit dem Job klappt, gilt es jedoch einige Regeln zu beachten.

Nebenjob

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Jobben neben dem Studium gehört für die meisten Studierenden zum Alltag. Laut der repräsentativen Umfrage „unicensus“, bei der jährlich ca. 1.000 Studierende an über 50 Hochschulen befragt werden, sind Jobs nach der elterlichen Zuwendung die zweitstärkste Einnahmequelle zur Finanzierung des Studiums. Neben dem finanziellen Aspekt sind das Sammeln von Praxiserfahrung und die Aufwertung des Lebenslaufs die vorrangigen Gründe für einen Nebenjob.

Flexible Arbeitszeitgestaltung und gutes Arbeitsklima wichtig

Da es nicht immer leicht ist, Studium und Job unter einen Hut zu bekommen, legen die Studierenden laut „unicensus“ bei der Auswahl des Nebenjobs besonderen Wert auf eine flexible Arbeitszeitgestaltung (88 Prozent). Weitere wichtige Aspekte sind ein angenehmes Arbeitsklima (84,2 Prozent), gefolgt von einer attraktiven Vergütung (82,3 Prozent). Als weniger ausschlaggebend werden dagegen die Identifikation mit dem Unternehmen (40 Prozent) und das Image des Unternehmens (34,4 Prozent) empfunden.

Für welchen Job man geeignet ist, hängt natürlich zuallererst von den jeweiligen Fähigkeiten und Interessen ab. „Unicensus“ hat zuletzt 2011 die beliebtesten Nebenjobs im Studium ermittelt. Die Umfrage hat ergeben, dass die Studierenden am liebsten im Büro arbeiten. Auf Platz zwei stehen Jobs in der Gastronomie, die sich durch flexible Arbeitszeiten und durch ein großes Stellenangebot auszeichnen. Der Job als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni hat es auf Platz drei geschafft. Hier lassen sich Studium und Job inhaltlich optimal miteinander verbinden. Auch die Arbeit als Nachhilfelehrer und Jobs im Einzelhandel sind beliebt.

Nachrechnen lohnt sich

Egal, ob man auf geringfügiger Basis, als Werkstudent oder während der Semesterferien arbeitet, für Studierende gelten grundsätzlich die gleichen gesetzlichen Regelungen im Arbeitsrecht wie für alle Arbeitnehmer. Als immatrikulierter Studierender befindet man sich jedoch in einer günstigeren Sozialversicherungssituation, da in der Regel keine Beiträge in die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen sind. Ein Nebenjob auf 450-Euro-Basis hat zusätzlich den Vorteil, dass mit Ausnahme der Rentenversicherung keine Sozialversicherungspflicht besteht. Hier besteht aber die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherung befreien zu lassen. Dann zahlt lediglich der Arbeitgeber Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale. Solange der Gesamtverdienst unter 450 Euro bleibt, dürfen auch mehrere Jobs ausgeübt werden.

Da bei einem Vollzeitstudierenden das Studium immer im Vordergrund stehen sollte, gelten bei den Arbeitszeiten dementsprechend besondere Regelungen. Grundsätzlich darf der Job nicht mehr als 20 Wochenstunden außerhalb der vorlesungsfreien Zeit in Anspruch nehmen. Wer in den Semesterferien arbeitet, muss sich an diese Begrenzung nicht halten, denn in diesem Fall spricht man von einer kurzfristigen Beschäftigung, die auf drei Monate oder 70 Tage im Kalenderjahr begrenzt ist.

Der Semesterferien-Job ist zwar sozialversicherungsfrei, aber steuerpflichtig. Die abgeführte Lohnsteuer bekommt man allerdings mit der Einkommensteuererklärung zurück, es sei denn, der Grundfreibetrag von 8.354 Euro (Stand: 2014) wird überschritten. BAföG-Empfänger müssen besonders aufpassen. Sollte im BAföG-Bewilligungszeitraum mehr als 4.880 Euro brutto verdient werden, kann sich das auf die Höhe der Förderung auswirken. Wer BAföG beantragen und jobben möchte, sollte sich deshalb vorab ausführlich beraten lassen.

Nach dem Abi jobben

Wer bereits nach dem Abitur Geld verdienen möchte, ist weder Schüler noch Studierender und wird wie ein normaler Arbeitnehmer behandelt. Folglich werden Sozialversicherungsbeiträge und Steuern fällig, es sei denn, es handelt sich um einen Minijob.